Historisches
Rückblick auf 20 Jahre Vereinsgeschichte
Unser Verein für Psychotherapie, Beratung und Heilpädagogik e.V. wurde am 11.2.1986 gegründet mit dem Ziel, in Absprache mit dem Jugendamt der Stadt Frankfurt die Trägerschaft einer Erziehungsberatungsstelle im Stadtteil Rödelheim zu übernehmen.
Von den damaligen Gründungsmitgliedern arbeiten heute noch Frau Duill sowie Herr Frick in der Beratungsstelle.
Bis 1991 befanden sich die Räume des Vereins in der Marquardstraße am Rande von Rödelheim. Ende 1991 zog die Beratungsstelle um in geeignetere und größere Räume ins Zentrum von Rödelheim in die Alexanderstraße 29.
Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenarbeit mit den anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen in den Stadtteilen sowie eine aktive Teilnahme an psychosozialen Arbeitskreisen gelang es der Beratungsstelle, schnell Fuß zu fassen und zu einer gefragten Einrichtung zu werden. Neben den Überweisungen durch Kindertagesstätten, Schulen, Jugendämter und andere Kooperationspartner wurde immer öfter der Hinweis auf die Beratungsstelle durch Freunde und Bekannte gegeben. Über viele Jahre konnten wir mit jährlich ca. 200 Neuanmeldungen rechnen, d. h., wir standen durch die aus dem Vorjahr übernommenen "Fälle" ständig mit über 300 Familien in Kontakt.
Die häufigsten Anmeldegründe sind bis heute Entwicklungsauffälligkeiten, Beziehungskonflikte sowie Schul- und Ausbildungsprobleme; ebenso ist die Bewältigung von Trennung und Scheidung Beratungsthema, vor allem im Zusammenhang mit der gemeinsamen Kindererziehung.
Die Hilfen für die Familien erfolgten zum größten Teil in Form von
- Kurzberatungen
- Kontakten mit unterschiedlicher Häufigkeit, die sich über ca. ein Jahr erstrecken
- längerfristigen heilpädagogischen und psychotherapeutischen Behandlungen in begrenztem Umfang.
Unseren ursprünglichen Stellenplan von 4,5 Fachstellen mussten wir wegen gekürzter öffentlicher Zuwendungen reduzieren auf 3,1 Planstellen.
Zum konzeptionellen Schwerpunkt der Beratungsstelle gehörte immer die Stadtteilbezogenheit. Anfänglich waren wir für die Stadtteile Rödelheim, Hausen und Industriehof zuständig, zeitweise auch einige Jahre für Sossenheim. Inzwischen sind wir aus strukturellen Gründen neben Rödelheim, Hausen und Industriehof noch für das südliche Praunheim sowie das südliche Bockenheim, einschließlich Kuhwald, zuständig.
Zu der Stadtteilbezogenheit gehören die Zusammenarbeit mit den Einrichtungen vor Ort (Schulen, Kindertagesstätten, Frauenhaus, Frühförderstelle, offene Jugendarbeit) in Form von Gesprächen, Teilnahme an Konferenzen, psychosozialen Arbeitskreisen, Angeboten von Supervision und Fortbildung bei SozialarbeiterInnen und PädagogInnen.
Außerdem hatten wir mit den Stadtteilteams der Sozialrathäuser regelmäßigen Austausch in gemeinsamen Treffen. Durch die Stellenkürzungen auch dort finden diese heute eher punktuell und fallbezogen statt. Auch in der Zusammenarbeit mit den politischen Gremien auf Stadtteil- und Stadtebene sehen wir eine wichtige Aufgabe.
Die Erziehungsberatungsstelle nimmt an Straßen- und Parkfesten in den Stadtteilen teil. Sie beteiligt sich an der Gesamtplanung und ist häufig mit einem eigenem Infostand vertreten.
Im Jahr 2000 entschloss sich der Verein, zwei weitere Abteilungen, nämlich die der sozialpädagogischen Hilfen (SPH) und die Offene Hausaufgabengruppe (OHG) in seine Trägerschaft aufzunehmen. Für die Sozialpädagogische Abteilung übernahm die Leitung Frau Klug-Durán, die bereits bei uns das Jahrespraktikum nach Abschluss ihres Sozialarbeiterstudiums absolviert hatte. In der neuen Abteilung gab es zunächst das Angebot von sozialpädagogischen Lernhilfen. Es folgte der Einstieg in die sozialpädagogischen Gruppenprojekte der Michael-Ende-Schule, der Kerschensteinerschule und der Ebelfeldschule.
Im November 2003 wurde unser Verein vertraglich als Anbieter von Familienhilfe und intensiver Einzelfallhilfe durch das Jugendamt anerkannt.
Im Sommer 2004 arbeiteten ca. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verein, eine große Mitarbeiterschaft, die den Verein und seinen Vorstand vor neue, insbesondere organisatorische Herausforderungen stellte.
Ein schwerer Schlag für die Beratungsstelle war die ersatzlose Streichung sämtlicher Landesmittel im Sept. 2003. Im Mai 2004 wurde uns mitgeteilt, dass die Zuwendungen der Stadt ebenfalls ersatzlos gestrichen werden sollten, was das Ende der Arbeit der Erziehungsberatungsstelle bedeutet hätte.
Nur durch die tatkräftige und engagierte Unterstützung vieler Kooperationspartner, der ratsuchenden Eltern und ihrer Kinder/Jugendlichen sowie einer breiten Öffentlichkeit, die durch viele Berichterstattungen in der Presse aufmerksam geworden war, konnten sowohl das Jugendamt als auch die politischen Gremien von der Notwendigkeit überzeugt werden, dass unsere Beratungsstelle im Stadtteil erhalten bleiben muss. Höhepunkt der verschiedenen Aktivitäten zum Erhalt der Erziehungsberatungsstelle war eine öffentliche Kundgebung mit über 200 Teilnehmern vor unserem Haus.
Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft nach § 78 KJHG arbeiteten die Mitarbeiterinnen mit an der Aufgabe der Neustrukturierung der Erziehungsberatung in Frankfurt unter den gegebenen finanziellen Bedingungen mit dem Ziel, das Angebot von 15 Beratungsstellen in Frankfurt zu erhalten.
Auch die VertreterInnen der Sozialpädagogischen Hilfen stehen aktiv in der Arbeitsgemeinschaft Ambulante Hilfen nach § 78 KJHG für ihre Belange ein.
Um den vielfältigen Aufgaben bei einer erheblich erweiterten Mitarbeiterschaft gerecht zu werden zu können, beschloss die Mitgliederversammlung 2005 die Wahl eines externen Vorstandes sowie die Einstellung eines Geschäftsführers. Diese Entscheidung hat sich inzwischen als richtig und hilfreich für den Verein erwiesen.